Es gibt verschiedene Siegermentalitäten. Es gibt Sieger wie Arnold Schwarzenegger, die einen Klassenraum betreten und den Schülern sagen, dass Zweiter zu Sein einen Scheiß bedeutet. Und es gibt Sieger, die im Scheitern zu wahrer Größe finden. Sieger, die andere Menschen zu ihren besten Leistungen inspirieren, anstatt sie einzuschüchtern. Sieger, die den eigenen Erfolg zusammen mit anderen erreichen, und Sieger, für die Erfolg nur zählt, wegen den Menschen, Erste, Zweite, Dritte, Vierte, und so fort, mit denen und gegen die sie ihn erreichten. Sieger wie? Keine Ahnung.
Ein-Mann-Huldigung, Opernarien, Sprechchöre vom Band, einen Abschied bei dem die Kamera einen fünfzehn Minuten lang bis in die Kabine zum Pissen begleitet.
Keinen Zweifel. Oliver Kahn ist der größte Einzelsportler, der jemals in einem Teamsport aktiv war.
Dienstag, 2. September 2008
Bricklebrit!
Sarah Palin entpuppt sich als wahrer Goldesel. Für die falschen Leute. Ausgewählt, um auf die Köpfe von McCains Gegnern zu scheißen, prasseln den Demokraten stattdessen pure blitzende Golddukaten in die ausgestreckten Hände.
Sarah Palins siebzehnjährige Tochter ist schwanger. Von einem selbsternannten "fucking redneck" der laut Myspace keine Kinder wollte. Wie tritt man als Gouverneurin und VP Kandidatin für Enthaltsamkeit vor der Ehe und gegen sexuelle Aufklärung in der Schule ein, wenn man den lebenden Beweis für die Realitätsfremde dieses Ansatzes in der eigenen Familie hat?
Das ist der erste Happen, auf dem die Pressepiranhas sich stürzten. Aber ihm folgen viele weitere wandelnde Fleischbrocken, die auf ein Bad warten.
Sarah Palin hat sich dem amerikanischen Volk mit einer Lüge vorgestellt. In ihrer ersten Rede als Vizepräsidentschaftskandidatin baute sie ihren Ruf als Anti-Korruptions Kämpferin auf die Pfeiler der Brücke nach Nirgendwo, gegen die sie eintrat. Die Brücke war ein Bauprojekt von Alaskas Senator Ted Stevens, ein Millionenprojekt im Niemandsland, ohne Zweck und Nutzen außer dem den heimatlichen Arbeitern einen Job zu verschaffen und sich selbst wichtige Wahlstimmen. Nachdem Ted Stevens wegen Korruptionsverdacht unter Anklage gestellt wurde, blies Palin das Brückenprojekt ab, behielt jedoch die Millionengelder und baute damit eine Straße zur nicht vorhandenen Brücke nach Nirgendwo.
Die Reformatorerin hat eine eindeutige Meinung zum oft als reformwürdig kritisierten System, dass politische Führer sinnlose Gelder für ihre Heimat in Gesetzesvorschläge einschleusen, die mit ganz anderen Themen zu tun haben, ein lokales Bauprojekt in einem Gesetz über nationale Sicherheit etwa, sogenannte Earmarks - Eselsohren. Sarah Palin ist ein Fan.
Als Bürgermeisterin
Und als Gouverneurin des, dank Ölgeldes, reichsten Staates der USA
Lobbyisten, Korruption, unkontrolliertes Ausgeben von Steuergeldern und finanzielle Wohlfahrtsprojekte für ihre Stadt und ihren Staat ohne Aufsicht des Kongresses. Sarah Palin weiß, wie man Vorteile herausschlägt. Aber in wessen Interesse arbeitet sie? Sie hat Verbindungen zu einer Partei, die Alaskas Unabhängigkeit von den USA fordert, und staatliche Zuschüsse greift sie für Alaska ab, auf Kosten auf Amerikas. Putting county first? Putting country last!
Mehr Lügen: Als Gouverneurin feuerte Sarah Palin einen Staatsangestellten, der sich weigerte Sarah Palins Schwager zu feuern, der als Polizist arbeitet und in eine bitterböse Scheidung von Palins Schwester verstrickt ist. Palin leugnete zunächst jeden Zusammenhang, aber war später gezwungen zu gestehen.
Familienkriege und Intrigen. Alaska ist eine Soap Opera. Nachschlag gefällig?
Es ist bekannt, dass Schwiegermütter schwer fällt, eine Frau für gut genug für ihren geliebten Sohnemann zu befinden. Aber nicht gut genug für das Land? Faye Palin:
Schwiegerdrachen sind legendär schwer zu bezwingen. In diesem Fall scheint sie mit der verweigerten Empfehlung nur einen alten nicht gezahlten Gefallen zurück zu zahlen:
Ach ja, Kleinstadtpolitik. Herrlich. So viel Aufregung und Familienzwist findet man sonst nur in inzestösen Eifeldörfern.
Nach einem anfänglich freundlichem Empfang für Sarah Palin auf der nationalen Bühne, sind die Republikaner nun in die Defensive gedrängt. Wie sehr in die Defensive? So sehr, dass sie schon versuchen Sarah Palin außenpolitisches Wissen anzudichten, weil Alaska eine Grenze mit Russland teilt.
Die Verzweiflung, die in dieser Aussage zum Vorschein springt, ist nachvollziehbar. Sarah Palin scheint in der Vergangenheit kein Interesse an außenpolitischen Fragen gehabt zu haben. Im einzigen Statement zum Thema, das ich finden konnte, sagt sie Irak war ein Krieg um Öl, und nimmt damit den dümmsten Anti-Kriegs Spruch der No Blood For Oil Protestler und bestätigt ihn als Politik der Rechten.
Erwähnte ich, dass Palin die globale Erwärmung für nicht von Menschen verursacht hält? Naja, nicht so schlimm. Die Eisschmelze tötet ja nur einen Eisbären jährlich. Was wahrscheinlich der Grund ist, warum Palin den Rest des pelzigen, vom Aussterben bedrohten Haufen erschießen will. Das war auch immer mein größtes Problem mit dem Artensterben - er kann einfach nicht schnell genug gehen.
Vizepräsidentschaftskandidaten werden normalerweise gründlich gegrillt, untersucht, im Kreuzverhör ausgewrungen und auf Leichen im Keller geprüft, damit nach der Nominierung keine Skandale der Presse vor die hungrigen Mäuler fallen. Tim Kaine, einer von Obamas Final Three, musste den zweiten Vornamen seiner Schulliebschaft preis geben, damit die Ermittler diese ausfragen konnten, was sie über Kaine zu sagen hat. Die republikanische Prüfungskomission wusste nichts von der Schwangerschaft von Palins Tochter, bis Palin eine Presseerklärung herausgab. Sarah Palin ist die erste VP Kandidatin, die vom Internet geprüft wird. McCains Leute finden Neuigkeiten über sie heraus, wenn die Blogger es auch tun.
Sarah Palins siebzehnjährige Tochter ist schwanger. Von einem selbsternannten "fucking redneck" der laut Myspace keine Kinder wollte. Wie tritt man als Gouverneurin und VP Kandidatin für Enthaltsamkeit vor der Ehe und gegen sexuelle Aufklärung in der Schule ein, wenn man den lebenden Beweis für die Realitätsfremde dieses Ansatzes in der eigenen Familie hat?
Das ist der erste Happen, auf dem die Pressepiranhas sich stürzten. Aber ihm folgen viele weitere wandelnde Fleischbrocken, die auf ein Bad warten.
Sarah Palin hat sich dem amerikanischen Volk mit einer Lüge vorgestellt. In ihrer ersten Rede als Vizepräsidentschaftskandidatin baute sie ihren Ruf als Anti-Korruptions Kämpferin auf die Pfeiler der Brücke nach Nirgendwo, gegen die sie eintrat. Die Brücke war ein Bauprojekt von Alaskas Senator Ted Stevens, ein Millionenprojekt im Niemandsland, ohne Zweck und Nutzen außer dem den heimatlichen Arbeitern einen Job zu verschaffen und sich selbst wichtige Wahlstimmen. Nachdem Ted Stevens wegen Korruptionsverdacht unter Anklage gestellt wurde, blies Palin das Brückenprojekt ab, behielt jedoch die Millionengelder und baute damit eine Straße zur nicht vorhandenen Brücke nach Nirgendwo.
Die Reformatorerin hat eine eindeutige Meinung zum oft als reformwürdig kritisierten System, dass politische Führer sinnlose Gelder für ihre Heimat in Gesetzesvorschläge einschleusen, die mit ganz anderen Themen zu tun haben, ein lokales Bauprojekt in einem Gesetz über nationale Sicherheit etwa, sogenannte Earmarks - Eselsohren. Sarah Palin ist ein Fan.
Als Bürgermeisterin
Alaska Gov. Sarah Palin employed a lobbying firm to secure almost $27 million in federal earmarks for a town of 6,700 residents while she was its mayor, according to an analysis by an independent government watchdog group.
In fiscal year 2002, Wasilla took in $6.1 million in earmarks -- about $1,000 in federal money for every resident. By contrast, Boise, Idaho -- which has more than 190,000 residents -- received $6.9 million in earmarks in fiscal 2008.
Und als Gouverneurin des, dank Ölgeldes, reichsten Staates der USA
On Friday, when McCain introduced her as his running mate, she said she "championed reform to end the abuses of earmark spending," the legislative technique used to slip projects into appropriations bills without rigorous congressional review.
But under her leadership, the state of Alaska has requested 31 earmarks worth $197.8 million in next year's federal budget, according to the website of Sen. Ted Stevens (R-Alaska), the former chairman of the Senate Appropriations Committee.
Lobbyisten, Korruption, unkontrolliertes Ausgeben von Steuergeldern und finanzielle Wohlfahrtsprojekte für ihre Stadt und ihren Staat ohne Aufsicht des Kongresses. Sarah Palin weiß, wie man Vorteile herausschlägt. Aber in wessen Interesse arbeitet sie? Sie hat Verbindungen zu einer Partei, die Alaskas Unabhängigkeit von den USA fordert, und staatliche Zuschüsse greift sie für Alaska ab, auf Kosten auf Amerikas. Putting county first? Putting country last!
Mehr Lügen: Als Gouverneurin feuerte Sarah Palin einen Staatsangestellten, der sich weigerte Sarah Palins Schwager zu feuern, der als Polizist arbeitet und in eine bitterböse Scheidung von Palins Schwester verstrickt ist. Palin leugnete zunächst jeden Zusammenhang, aber war später gezwungen zu gestehen.
Familienkriege und Intrigen. Alaska ist eine Soap Opera. Nachschlag gefällig?
Es ist bekannt, dass Schwiegermütter schwer fällt, eine Frau für gut genug für ihren geliebten Sohnemann zu befinden. Aber nicht gut genug für das Land? Faye Palin:
"I'm not sure what she brings to the ticket other than she's a woman and a conservative. Well, she's a better speaker than McCain," Faye Palin said with a laugh.
Schwiegerdrachen sind legendär schwer zu bezwingen. In diesem Fall scheint sie mit der verweigerten Empfehlung nur einen alten nicht gezahlten Gefallen zurück zu zahlen:
When Palin, who went on to win re-election by a landslide, was finally forced out of the Mayor's office by term limits in 2002, her husband Todd's stepmother Faye Palin ran for Mayor. She did not, however, get Sarah Palin's endorsement. A couple of people told me that they thought abortion was the reason for Palin not supporting her family member — Faye is, they say, pro-choice, not to mention a Democrat. A former city councilman recalls that it was a heated race, mainly because of right-to-life issues. "People were writing 'BABYKILLER' on Faye's campaign signs just a few days before the election." Palin lost the race to the candidate that Sarah backed, Dianne Keller, who is still Mayor of Wasilla.
Ach ja, Kleinstadtpolitik. Herrlich. So viel Aufregung und Familienzwist findet man sonst nur in inzestösen Eifeldörfern.
Nach einem anfänglich freundlichem Empfang für Sarah Palin auf der nationalen Bühne, sind die Republikaner nun in die Defensive gedrängt. Wie sehr in die Defensive? So sehr, dass sie schon versuchen Sarah Palin außenpolitisches Wissen anzudichten, weil Alaska eine Grenze mit Russland teilt.
Die Verzweiflung, die in dieser Aussage zum Vorschein springt, ist nachvollziehbar. Sarah Palin scheint in der Vergangenheit kein Interesse an außenpolitischen Fragen gehabt zu haben. Im einzigen Statement zum Thema, das ich finden konnte, sagt sie Irak war ein Krieg um Öl, und nimmt damit den dümmsten Anti-Kriegs Spruch der No Blood For Oil Protestler und bestätigt ihn als Politik der Rechten.
Erwähnte ich, dass Palin die globale Erwärmung für nicht von Menschen verursacht hält? Naja, nicht so schlimm. Die Eisschmelze tötet ja nur einen Eisbären jährlich. Was wahrscheinlich der Grund ist, warum Palin den Rest des pelzigen, vom Aussterben bedrohten Haufen erschießen will. Das war auch immer mein größtes Problem mit dem Artensterben - er kann einfach nicht schnell genug gehen.
Vizepräsidentschaftskandidaten werden normalerweise gründlich gegrillt, untersucht, im Kreuzverhör ausgewrungen und auf Leichen im Keller geprüft, damit nach der Nominierung keine Skandale der Presse vor die hungrigen Mäuler fallen. Tim Kaine, einer von Obamas Final Three, musste den zweiten Vornamen seiner Schulliebschaft preis geben, damit die Ermittler diese ausfragen konnten, was sie über Kaine zu sagen hat. Die republikanische Prüfungskomission wusste nichts von der Schwangerschaft von Palins Tochter, bis Palin eine Presseerklärung herausgab. Sarah Palin ist die erste VP Kandidatin, die vom Internet geprüft wird. McCains Leute finden Neuigkeiten über sie heraus, wenn die Blogger es auch tun.
Büchereieieiei

Oben abgebildet das Gebäude in dem Sarah Palin vom 28. bis zum 32. Lebensjahr erst als Stadträtin und anschließend vom 32. bis zum 38. Jahr als Bürgermeisterin von Wasilla, Alaska, die Unerfahrung sammelte, die sie zur Vizepräsidentin der Vereinigten Staaten von Amerika qualifiziert.
Was sie von freier Rede hält?
According to the Frontiersman newspaper, Wasilla's library director, Mary Ellen Emmons, said that Palin asked her outright if she "could live with censorship of library books.'
Mary Ellen Emmons darauf: "Fordern Sie mich auf, Bücher zu verbieten?" Sarah Palin: "Natürlich nicht! HAHAHAHAHA! Übrigens, Sie sind gefeuert." Nein, ernsthaft, Palin feuerte Emmons. Aus politischen Gründen.
Nochmal langsam: Eine 6000 Einwohner zählenden Stadt wählt eine neue Bürgermeisterin ins Amt und die feuert als erstes die Leiterin der Stadtbibliothek, die ihren Job seit sieben Jahren ausübt und ihre Stimme einem anderen Kandidaten gab. Was hat eine Bibliothek mit Politik zu tun?
Vieles. Sofern man die freie Zugänglichkeit von Literatur für gefährlich hält. Und das Fernhalten von gefährlichen Schriften von empfindlichen Kinderaugen für politisch und moralisch richtig hält.
Wie der Namensstifter meiner schönen Uni sagte: Dort wo man Bibliothekarinnen feuert, macht man als nächstes ein Kaminfeuer aus Harry Potter. Oder so ähnlich.
Wahrscheinlich sind Sarah Palin nur die pornographischen Texte und Filme ein Dorn im Auge, in denen verklemmte Bibliothekarinnen, die wie sie aussehen, die Gläser ablegen, die Haare ausschütteln und in wilder lauter Vögelei die "Bitte Leise" Vorschrift der Lesehalle missachten.
Wo wir gerade von IHM sprechen
Die Schergen Gottes gießen fleißig Gift in den Brunnen der Demokratie. Barack Obama hatte seinen großen Pfarrerskandal, John McCain hatte einen kleineren Pfarrerskandal - was gibt die treue Kirchgängerin Sarah Palin her?
Gesprochen von dem Pfarrer der Kirche, die Sarah Palin ihr Fundament nennt. Klingt das nicht nach genau der Frau, die man sich als Vizepräsidentin eines 72-jährigen Krebsüberlebenden wünscht. An der Spitze der größten Atommacht stünde eine Person, in deren Augen der nukleare Holocaust ein Ereignis ist, auf das sie sich ihr ganzes Leben gefreut hat. Was kann schief gehen?
Angstschweiß? Hier was zum Schmunzeln. Pastor David Pepper
hat nie von "Render unto Caesar" gehört und Sarah Palin kennt die Geschichte der Gründerväter nicht:
Der Zusatz "Under God" wurde 1954 in den Schwur eingefügt und 2002 für verfassungswidrig befunden. Die Orginalversion enthält kein Religionsbekenntnis.
Pastor Pepper erhält eine 6 in Theologie und Gouverneurin Palin erhält eine 6 in der Geschichte des Landes, das sie gerne regieren möchte. Passt doch prima. Palins Prediger ist so qualifiziert für das Amt, das er ausübt, wie sie für das Amt, um das sie sich bewirbt.
“Do you believe we’re in the last days? After listening to Newt Gingrich and the prime minister of Israel and a number of others at our gathering, I became convinced, and I have been convinced for some time. We are living in the last days. These are incredible times to live in.”
Gesprochen von dem Pfarrer der Kirche, die Sarah Palin ihr Fundament nennt. Klingt das nicht nach genau der Frau, die man sich als Vizepräsidentin eines 72-jährigen Krebsüberlebenden wünscht. An der Spitze der größten Atommacht stünde eine Person, in deren Augen der nukleare Holocaust ein Ereignis ist, auf das sie sich ihr ganzes Leben gefreut hat. Was kann schief gehen?
Angstschweiß? Hier was zum Schmunzeln. Pastor David Pepper
“Just giving in a little bit is a disastrous thing…You can’t serve both man and God. It is one or the other.”
hat nie von "Render unto Caesar" gehört und Sarah Palin kennt die Geschichte der Gründerväter nicht:
Q: Are you offended by the phrase "Under God" in the Pledge of Allegiance? Why or why not?
PALIN: Not on your life. If it was good enough for the founding fathers, its good enough for me and I’ll fight in defense of our Pledge of Allegiance.
Der Zusatz "Under God" wurde 1954 in den Schwur eingefügt und 2002 für verfassungswidrig befunden. Die Orginalversion enthält kein Religionsbekenntnis.
Pastor Pepper erhält eine 6 in Theologie und Gouverneurin Palin erhält eine 6 in der Geschichte des Landes, das sie gerne regieren möchte. Passt doch prima. Palins Prediger ist so qualifiziert für das Amt, das er ausübt, wie sie für das Amt, um das sie sich bewirbt.
Gott: Unpünktlich und Orientierungslos
Vor kurzem schickten die religiösen Rechten der USA Stoßgebete gen Himmel und baten den Herren um sintflutartige Regenfälle über der Arena in Denver, in der Barack Obama seine Rede hielt. Heute fällt die republikanische Nationalversammlung wegen Hurricane Gustav ins Wasser. Anscheinend ist Gott ein Afro-Amerikaner und ist immer noch so zielsicher wie damals, als er New Orleans für seine Sündhaftigkeit bestrafte und dann alles um die größten Sündenpfuhle herum wegspülte aber die schwulsten Viertel der Stadt stehen ließ.
Die gute Nachricht für McCain: Es gab eine gute Ausrede, George W. Bush und Dick Cheney außer Sichtweite zu schicken und sie keine Reden bei der Versammlung halten zu lassen. Die schlechte Nachricht: Die große Selbstdarstellung ist auf Eis gelegt. Parties während eine amerikanische Großstadt ersäuft sind schlechte Werbung, es sei denn sie finden ohne Fernsehkameras statt. Dummerweise scheint auch die schnell zusammengeschusterte Notlösung, um noch ein Fitzelchen PR aus dem Sturm zu kitzeln, nämlich die Politshow in einen Spendenmarathon umzufunktionieren in den Startlöchern stecken zu bleiben, weil Gustav im letzten Moment abflaute und vom Kurs abkam und somit nicht ausreichend Not am Mann ist, um sich als Retter in Szene zu setzen.
Bis vor wenigen Stunden wirkte Gustav wie ein Boxer, der zum vernichtenden KO-Schlag auf sein weichgeklopftes Opfer ausholt. Aber als er auf Land traf, verlor er die Balance und der Haken sauste ins Leere. New Orleans wurde nur gestreift. Noch gibt es allerdings keine Entwarnung. Die Staudämme sind auch drei Jahre nach Katrina in einem Zustand, dass sie drohen vom Lufthauch umzufallen.
Die gute Nachricht für McCain: Es gab eine gute Ausrede, George W. Bush und Dick Cheney außer Sichtweite zu schicken und sie keine Reden bei der Versammlung halten zu lassen. Die schlechte Nachricht: Die große Selbstdarstellung ist auf Eis gelegt. Parties während eine amerikanische Großstadt ersäuft sind schlechte Werbung, es sei denn sie finden ohne Fernsehkameras statt. Dummerweise scheint auch die schnell zusammengeschusterte Notlösung, um noch ein Fitzelchen PR aus dem Sturm zu kitzeln, nämlich die Politshow in einen Spendenmarathon umzufunktionieren in den Startlöchern stecken zu bleiben, weil Gustav im letzten Moment abflaute und vom Kurs abkam und somit nicht ausreichend Not am Mann ist, um sich als Retter in Szene zu setzen.
Bis vor wenigen Stunden wirkte Gustav wie ein Boxer, der zum vernichtenden KO-Schlag auf sein weichgeklopftes Opfer ausholt. Aber als er auf Land traf, verlor er die Balance und der Haken sauste ins Leere. New Orleans wurde nur gestreift. Noch gibt es allerdings keine Entwarnung. Die Staudämme sind auch drei Jahre nach Katrina in einem Zustand, dass sie drohen vom Lufthauch umzufallen.
Montag, 1. September 2008
Untertanen des Aberglaubens
Den letzten Eintrag verdanken wir Carl Sagan und einer Dokumentation, die gestern Nacht auf einem der dritten Programme lief: über Wahrsager und die Leute, die zu solchen gehen. Die Doku war unaufgeregt, fair und vorurteilsfrei und stellte einmal mehr unter Beweis, dass die beste Weise, Handleser, Kaffesatzleser und - die dürfen natürlich nicht fehlen - Astrologen bloßzustellen, darin besteht, sie zu bitten ihr Werk zu erklären und dann die Kamera draufzuhalten und sie reden zu lassen solange sie wollen.
Die Scharlatane reden sich selbst um alles Verständnis.
Und die Kunden? Sie gehen zu einem Fremden, um sich Rat für ihr Leben zu suchen, weil sie keine Freunde besitzen, denen sie vertrauen, und bezahlen 50 Euro um zu erfahren, was in ihren Partnern, Kindern, Eltern vorgeht, anstatt die wichtigsten Personen ihres Lebens selbst zu fragen. Es macht einen, abhängig vom persönlichen Gemüt, entweder traurig oder wütend, zu überlegen, wie dumm diese Menschen sein müssen. Aber die Wahrheit lautet: Sie sind nicht dumm. Sie haben nur noch nie wirklich über Astrologie nachgedacht, oder die Alternative gehört.
Carl Sagans liest auch im Himmel. Und wer will bezweifeln, dass seine Gedanken über den blassen blauen Punkt vor Spiritualität singen und klingen und leuchten, dass es Hellsehern, die in dreckige Tassen schielen die Sprache verschlägt.
Wie unermesslich wundervoll, ergreifend und besinnlich sind die Perspektiven, welche die Sterne über unsere eigene Existenz eröffnen, verglichen mit der plumben Kleinmut des Horoskops?
Morgen wird Geld ins Haus kommen. Sie werden einen alten Bekannten treffen. Eine neue Liebe steht an. Eine Last wird von Ihren Schultern fallen. Für wie winzig halten Astrologen das Universum, dass es sich scheinbar um sie dreht?
Der Barde wusste es schon vor 400 Jahren, noch vor Keppler: The fault, dear Brutus, is not in the stars, but in ourselves that we are underlings.
Die Scharlatane reden sich selbst um alles Verständnis.
Und die Kunden? Sie gehen zu einem Fremden, um sich Rat für ihr Leben zu suchen, weil sie keine Freunde besitzen, denen sie vertrauen, und bezahlen 50 Euro um zu erfahren, was in ihren Partnern, Kindern, Eltern vorgeht, anstatt die wichtigsten Personen ihres Lebens selbst zu fragen. Es macht einen, abhängig vom persönlichen Gemüt, entweder traurig oder wütend, zu überlegen, wie dumm diese Menschen sein müssen. Aber die Wahrheit lautet: Sie sind nicht dumm. Sie haben nur noch nie wirklich über Astrologie nachgedacht, oder die Alternative gehört.
Carl Sagans liest auch im Himmel. Und wer will bezweifeln, dass seine Gedanken über den blassen blauen Punkt vor Spiritualität singen und klingen und leuchten, dass es Hellsehern, die in dreckige Tassen schielen die Sprache verschlägt.
Wie unermesslich wundervoll, ergreifend und besinnlich sind die Perspektiven, welche die Sterne über unsere eigene Existenz eröffnen, verglichen mit der plumben Kleinmut des Horoskops?
Morgen wird Geld ins Haus kommen. Sie werden einen alten Bekannten treffen. Eine neue Liebe steht an. Eine Last wird von Ihren Schultern fallen. Für wie winzig halten Astrologen das Universum, dass es sich scheinbar um sie dreht?
Der Barde wusste es schon vor 400 Jahren, noch vor Keppler: The fault, dear Brutus, is not in the stars, but in ourselves that we are underlings.
Sagan Unser

"Look again at that dot. That's here. That's home. That's us.
On it everyone you love, everyone you know, everyone you ever heard of, every human being who ever was, lived out their lives. The aggregate of our joy and suffering, thousands of confident religions, ideologies, and economic doctrines, every hunter and forager, every hero and coward, every creator and destroyer of civilization, every king and peasant, every young couple in love, every mother and father, hopeful child, inventor and explorer, every teacher of morals, every corrupt politician, every "superstar," every "supreme leader", every saint and sinner in the history of our species lived there – on a mote of dust suspended in a sunbeam.
The Earth is a very small stage in a vast cosmic arena.
Think of the rivers of blood spilled by all those generals and emperors so that, in glory and triumph, they could become the momentary masters of a fraction of a dot.
Think of the endless cruelties visited by the inhabitants of one corner of this pixel on the scarcely distinguishable inhabitants of some other corner, how frequent their misunderstandings, how eager they are to kill one another, how fervent their hatreds.
Our posturings, our imagined self-importance, the delusion that we have some privileged position in the Universe, are challenged by this point of pale light. Our planet is a lonely speck in the great enveloping cosmic dark. In our obscurity, in all this vastness, there is no hint that help will come from elsewhere to save us from ourselves.
The Earth is the only world known so far to harbor life. There is nowhere else, at least in the near future, to which our species could migrate. Visit, yes. Settle, not yet. Like it or not, for the moment the Earth is where we make our stand.
It has been said that astronomy is a humbling and character-building experience. There is perhaps no better demonstration of the folly of human conceits than this distant image of our tiny world. To me, it underscores our responsibility to deal more kindly with one another, and to preserve and cherish the pale blue dot, the only home we've ever known."
On it everyone you love, everyone you know, everyone you ever heard of, every human being who ever was, lived out their lives. The aggregate of our joy and suffering, thousands of confident religions, ideologies, and economic doctrines, every hunter and forager, every hero and coward, every creator and destroyer of civilization, every king and peasant, every young couple in love, every mother and father, hopeful child, inventor and explorer, every teacher of morals, every corrupt politician, every "superstar," every "supreme leader", every saint and sinner in the history of our species lived there – on a mote of dust suspended in a sunbeam.
The Earth is a very small stage in a vast cosmic arena.
Think of the rivers of blood spilled by all those generals and emperors so that, in glory and triumph, they could become the momentary masters of a fraction of a dot.
Think of the endless cruelties visited by the inhabitants of one corner of this pixel on the scarcely distinguishable inhabitants of some other corner, how frequent their misunderstandings, how eager they are to kill one another, how fervent their hatreds.
Our posturings, our imagined self-importance, the delusion that we have some privileged position in the Universe, are challenged by this point of pale light. Our planet is a lonely speck in the great enveloping cosmic dark. In our obscurity, in all this vastness, there is no hint that help will come from elsewhere to save us from ourselves.
The Earth is the only world known so far to harbor life. There is nowhere else, at least in the near future, to which our species could migrate. Visit, yes. Settle, not yet. Like it or not, for the moment the Earth is where we make our stand.
It has been said that astronomy is a humbling and character-building experience. There is perhaps no better demonstration of the folly of human conceits than this distant image of our tiny world. To me, it underscores our responsibility to deal more kindly with one another, and to preserve and cherish the pale blue dot, the only home we've ever known."
Carl Sagan, The Pale Blue Dot
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